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Im Mai 2005 fand -
rund um das Römerfest - der
"Kassandra-Wettbewerb"
statt.

Auch wir recherchierten
eifrig, um Näheres über diese eigenartige Frau der griechischen
Mythologie zu erfahren. Unsere Beiträge sind nun zu sehen!

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Nina
Gräfling
Ein
Gespräch auf dem Schiff von Troja nach Mykene
Agamemnon und Kassandra
Kassandra wurde von Agamemnon gefangen
genommen und versklavt. Nun will sie ihren Herren
warnen, dass seine Frau ihn umbringen will. Dieser will seiner Sklavin
jedoch nicht glauben.
| Kassandra: |
Herr, wohin fahren
wir? |
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Agamemnon:
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Wir fahren in
mein geliebtes Heimatland Mykene. Dort wartet meine liebe Frau auf
mich. |
| Kassandra: |
Deine Frau wird
dich umbringen, da sie dir etwas noch nicht verziehen hat! Ich sehe
es ganz deutlich und nachdem deine Frau dich umgebracht hat, wird
sie uns alle töten! |
| Agamemnon: |
Du hast zu viel
Phantasie, meine Liebe! Meine geliebte Klytämnestra würde mich niemals
umbringen! Sie bringt vielleicht ihre Sklaven um, aber nicht ihren
eigenen Mann! Wie kannst du das denn sehen? |
| Kassandra: |
Ich bin eine Wahrsagerin
und ich habe schon sehr viel vorausgesehen, aber mir hat nie jemand
geglaubt! |
| Agamemnon: |
Ich glaube dir
ebenfalls nicht, da deine Phantasien ein bisschen zu weit gehen.
Dass meine Frau mich umbringt ist doch eher unwahrscheinlich. |
| Kassandra: |
Wenn du mir nicht
glaubst, dann hast du dir das selbst zuzuschreiben! Ich habe dich
gewarnt und .wolltest nicht auf mich
hören! |
| Agamemnon: |
Du redest sowieso
nur dummes Zeug und vor allem siehst du nur schreckliche Dinge,
wie meinen oder deinen Tod. Aber wenn du glaubst, dass deine Geschichte
wahr ist und eintreten wird, dann bleibe in dem Glauben und lasse
mich mit deinen Phantasien in Ruhe. |
| Kassandra: |
Wir werden ja
sehen, wer Recht hat! Ich weiß wenigstens, dass ich nicht mehr lange
zu leben habe und genieße die letzten Stunden meines Lebens. |
| Agamemnon:. |
Ach, bitte erzähle
deine Geschichten irgendjemandemn anderen, aber lass mich damit
in Ruhe! |
Später trifft das Schiff im Hafen ein und
die Besatzung geht nach Mykene. Dort tritt dann das ein, was Kassandra
vorausgesehen hat und Agamemnon nicht glauben wollte. Agamemnon und seine
Sklaven wurden von Klytämnestra umgebracht.
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Johannes Winkler

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Sarah Mericnik
Kassandras Tagebucheintragung

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Carina
Paulitsch
Kassandra

Ich, Kassandra, ein
wunderschönes Mädchen, hatte die unglaubliche Gabe Dinge vorherzusagen,
die dann auch tatsächlich passierten. So auch im Krieg der unglückseligen
Griechen gegen unsere schöne Stadt Troja, als meine Landsleute schon den
Sieg feierten und nicht ahnten, dass Troja von den Feinden vernichtet
werden wird und natürlich auch die Menschen, die dort angesiedelt waren.
Da trat ich vor das Volk und schrie: "Troja wird eingenommen!! Die List
des Odysseus.....!"
Die Leuten lachten mich aus und ließen mich nicht zu Ende sprechen. Einer
schrie: "Was redest du für dummes Zeug, du kleine Hexe!". Ich war den
Tränen nahe und schrie mit aller Kraft: "Warum glaubt mir denn niemand?
Ich weiß es, die Menschen hier und auch ich werden nicht mehr lange leben!
Die Stadt wird in Flammen aufgehen und wir werden alle vernichtet werden!
Wir müssen fliehen , solange noch Zeit ist!"
Darauf kam ein Krieger zu mir, packte mich unsanft an den Armen und schrie:
" So, du kleine Hexe jetzt kommst du mit mir mit! Auch wenn du hier eine
Prinzessin bist, sollst du keine Lügen verbreiten! Du wirst den Leuten
hier mit deiner Schwarzmalerei keinen Schrecken einjagen, denn wir Trojaner
feiern demnächst den Sieg." Er zog mich mit sich, schlug auf mich ein,
sodass ich für kurze Zeit das Bewusstsein verlor. Als ich wieder erwachte,
saß ich in einem dunklen, feuchten und sehr, sehr kalten Keller. Mich
fröstelte. Ich hatte schreckliche Angst und ließ mein Leben noch einmal
Revue passieren.
Ich war ein wunderschönes Mädchen und alle mochten mich. Man nannte mich
Kassandra, die Gütige und die Schöne.
Ich hatte noch einen Bruder namens Helenos; er war allerdings nicht so
beliebt. Eines Tages spielten wir und waren so in unser Spiel vertieft
, dass wir nicht merkten, als wir plötzlich mitten im Tempel das Apollons
standen. Appolon, der Gott der Weissagung und der Künste, mochte keine
jungen Menschen und als er uns zwei sah, ließ er zwei Schlangen aus seinem
Käfig heraus und setzte diese neben uns auf. Wir wagten kaum zu atmen
vor Angst. Die Schlangen krochen jedoch an unseren Körpern entlang und
leckten unsere Ohren. Ab diesem Zeitpunkt konnten mein Bruder und ich
wahrsagen. Als Rache jedoch, dass wir in Apollons Tempel waren, konnten
wir nur Schlechtes und niemals Gutes voraussagen. Appolon sagte. "Nun
ist euer Leben von grausamen Gedanken verfolgt."
Da ich nie wieder etwas Schönes vorhersagen konnte, sondern nur Schlechtes,
mochten mich meine Freunde nicht mehr. Ich lebte mit meinem Bruder sehr
zurückgezogen bis zum Trojanischen Krieg. Da musste ich einfach reden,
aber niemand schenkte mir Glauben und so wurden viele Menschen vernichtet.
Das wird auch mein Los sein, das Los der Kassandra, der Tochter des Königs!
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Christof Plaschke

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Marie-Theres
Weidlitsch
Kassandra.
Ein Bericht

Ich
heiße Kassandra und bin eine von den Töchtern von Trojas König Priamos.
Meine besondere Gabe ist, Dinge vorauszusagen oder Weissagungen zu machen.
Manchmal kommt meine Tante, welche eine Amazonenkriegerin ist, nach Troja
um mich in den Kampftechniken auszubilden. Meine Mutter Hekabe ist sehr
streng in der Erziehung von uns Kindern. Ich habe auch noch viele andere
Geschwister, wie zum Beispiel Paris und Hektor.
In Troja herrschte Friede, Ruhe und Wohlstand, doch eines Tages hatte
ich einen furchtbaren Streit mit Apollon, dem Gott der Künste und der
Weissagungen. Der Streit ging für mich schlecht aus, da ich nicht auf
Apollon hören wollte. Er verfluchte mich, dass niemand mehr meinen Weissagungen
Glauben schenken solle.
In der Nacht schlief ich ein und hatte einen furchtbaren Traum. Ich träumte,
dass Troja in einen zehnjährigen Krieg geraten würde, und Odysseus, der
Schlaueste der Kriegsherren, ließe sich eine besondere List einfallen.
Als ich den seltsamen Traum meinem Vater, König Priamos, erzählte, glaubte
er mir nicht, und ich wurde zum Gespött des ganzen Hofes. Doch als Paris
mit der geraubten Helena aus Sparta zurückkehrte, konnte bereits jeder
ahnen, dass der Krieg um Troja, die uneinnehmbare Stadt, bald beginnen
würde. Und so geschah dies auch wirklich.
In der darauf folgenden Nacht erschien mir Pythia, die Wahrsagerin des
Orakels von Delphi, im Traum und erklärte mir die List des Odysseus. Ein
mächtiges Tier würde in unsere Stadt kommen und aus diesem Tier kämen
Leute. Sie erwähnte auch, dass durch dieses Ungetüm der Untergang Trojas
schon bevorstehe.
Wieder berichtete ich dies meinem Vater, und wieder wollte er mir nicht
glauben. Meinem Freund Aeneas erzählte ich die gleiche Geschichte. Er
konnte meinen Worten Glauben schenken und floh mit seinem Vater aus der
Stadt.
Einige Tage später stand ein riesiges Holzpferd vor den Toren Trojas und
König Priamos ließ es in die Stadt bringen. Als ich wie üblich in der
Nacht schlafwandelte, konnte ich beobachten, wie Odysseus und seine Leute
aus dem Bauch des Pferdes kletterten und begannen, alle Leute im Schlaf
zu köpfen. Fast alle Menschen wurden getötet, mich aber nahm König Agamemnon
als Sklavin mit nach Mykene. Doch bald nach seiner Ankunft wurde er von
seiner Frau und deren Liebhaber kaltblütig ermordet, obwohl ich ihn davor
gewarnt hatte.
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Nina Gräfling

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Carina
Paulitsch
Kassandra
- modern

Ich,
Kassandra lebte in Indonesien, war wunderschön und hatte die unglaubliche
Gabe, Dinge vorherzusagen. So auch an diesem Sonntag im Dezember.
Es war ein wunderschöner Tag mit einem strahlend blauen Himmel, keine
Wolke war am Horizont. Die Strände waren voll von Menschen. Die einen
sonnten sich, die anderen schwammen, viele fröhliche Kinder bauten Sandburgen.
Weit draußen am Meer konnte man auch einige Fischerboote beobachten.
Da plötzlich hatte ich diese Eingabe, dass in einer Stunde ein Tsunami
dieses wunderbare Fleckchen Erde dem Erdboden gleichmachen würde. Ich
lief den Strand entlang und schrie: "Ein Tsunami wird auf uns zukommen,
ihr müsst alle den Strand räumen!" Die Menschen sahen mich entgeistert
an, und dachten: "Wieder so ein junges Ding, das nicht richtig im Kopf
ist."
Es bewegte sich niemand auch nur einen Zentimeter vom Strand weg. "Warum
glaubt mir denn niemand?", schrie ich. Die Leute aber lachten nur. Ich
lief zur Hafenpolizei und informierte dort die Beamten. Die glaubten mir
jedoch auch nicht. Einer sagte seelenruhig: "Mädchen, setz dich mal hin,
und beruhige dich wieder." Voll Zorn stürzte ich aus den Büroräumen und
lief in diverse Hotels, um die Leute zu warnen, als ich schon Kao Lak
erreichte, hörte ich ein lautes Dröhnen und Grollen. Kao Lak sollte nämlich
das am meisten betroffene Gebiet des Tsunamis sein. Da hörte ich auch
schon Hilferufe und Schreie. Die Wellen rollten mit solcher Wucht auf
das Land zu, dass kaum Zeit war zu fliehen.
Im letzten Moment zog ich noch zwei Kinder samt Eltern aus den Wassermassen
und rannte mit ihnen auf eine Anhöhe. Die zwei Kinder schrien, die Eltern
versuchten sie zu beruhigen. Da schluchzte das kleine Mädchen: "Hätten
wir nur Kassandra geglaubt, wären wir viel früher in Sicherheit gewesen."
Ich, Kassandra, versuchte noch vielen, vielen anderen Menschen zu helfen,
aber für tausende kam jede Hilfe zu spät. Tage später traf ich zufällig
wieder auf den Beamten, den ich warnen hatte wollten. Dieser nahm meine
Hand, entschuldigte sich bei mir, Tränen flossen über seine Wangen.
Daraufhin erzählte ich ihm von meiner unglaublichen Fähigkeit, Dinge vorherzusagen.
Der Beamte schüttelte nur den Kopf und nahm mich in den Arm.
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Marie-Theres Weidlitsch

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Manuel Otti
Das Blatt hat sich gewendet

"Nein nicht, bitte nicht", schrie Kassandra
als sie, von ihrer Herrin Klytaimnestra erwürgt wurde.
Nach ihrem letzten Atemzug stand sie plötzlich auf, zumindest dachte sie
das, denn als sie dann ihren Körper am Boden sah, der wie eine leblose
Hülle erschien, erhob sie sich in die Luft und um sie wurde es so dunkel,
dass man kaum noch etwas sah.
Plötzlich nahm sie ein Ziehen wahr und flog auch schon, ohne dass sie
es wollte, weg. Sie flog über einen endlos scheinenden Ozean, der jedoch
schwarz und voller Geisterschiffe war.
Doch auf einmal sah sie einen riesigen Vulkan, aus dessen Schlot Geschrei
und schwarzer Rauch kam. Als sie schließlich im Vulkan wenige Zentimeter
über denn Boden schwebte, erblickte sie eine riesige goldene Statue von
Hades, dem Gott der Unterwelt. Nach wenigen Sekunden realisierte Kassandra,
dass sie im Erebos, dem Reich des Hades war. "Kassandra, wir haben dich
schon viel früher erwartet", sagt eine ihr unbekannte Stimme.
Als Kassandra sich umdrehte, sah sie zwei bleiche, ja schon blutlose Schatten,
der eine mit langem Bart und der andere mit kahlem Kopf. Außerdem schienen
die Männer sie zu kennen, was sie jedoch nicht zu glauben vermochte, da
sie ihnen noch nie zuvor begegnet war. "Ja genau, wir wissen wer du bist,
aber wo bleiben meine Manieren, dass ist Theresias und ich bin Laokoon.",
sagt der bärtige Mann mit gelassener Stimme.
Noch bevor Kassandra etwas sagen wollte, nahm ihr der kahlköpfige Mann,
welcher sich als Theresias ausgab, die Frage vorweg: "Ja, wir sind ebenfalls
Seher wie du, und wir haben ebenfalls den Untergang Trojas vorhergesehen.
Dir haben die Leute nur nicht geglaubt, wir wurden getötet, als wir sie
warnen wollten. "Aha, und nun bin ich wohl im Hades, die Stätte der Toten.",
entgegnete Kassandra kühn. " Exakt", antworteten Theresias und Laokoon
im Chor. "gegen den Fall von Troja konnten wir nichts ausrichten, es war
kein normaler Krieg", fuhr Laokoon fort. "Es war ein Kampf zwischen den
Göttern, und nicht einmal unsere überirdischen Kräfte konnten diesen Krieg
verhindern", gab Theresias zu bemerken.
Noch bevor sie fortfahren konnten, bebte die Erde und ein Lichtstrahl
kam von Oben herab. Umgeben von gleißendem Licht stand nun Apoll, der
Gott der Kassandra den "Fluch" auferlegte, in voller Pracht vor den Propheten.
"Kassandra, du wirkst noch schöner als je zuvor, aber etwas blass, nun
ja, hättest du dich nicht gegen mich gewährt wäre es nie soweit gekommen",
mit einem triumphierenden Grinsen fuhr er fort: "Aber was wäre, wenn wir….
Noch einmal von vorne beginnen? Komm mit mir und ich verhelfe dir zu Unsterblichkeit,
na, das ist ja ein Angebot oder?!" " Pahh", schrie Kassandra mit abweisender
Miene. "Lieber für ewig in den Flammen des Hades schmoren, als mit dir
zusammen zu leben", fauchte sie Apoll an. Dieser verschwand in rotem Licht
wutentbrannt. Dann konnte man noch die Worte hören: "Das wird dir
noch leid tun!"
Plötzlich bekam Kassandra eine Vision - sie sah, wie ihre Heimatstadt
von einem verheerenden Blitzschlag heimgesucht wird. Laokoon und Theresias
sahen dies ebenfalls und Laokoon legte Kassandra eine tröstende Hand auf
die Schulter. Erneut bebte die Erde, und die goldene Statue des Hades
erhob sich aus dessen Thron. "Kassandra, du hast dass Richtige getan",
schallte eine autoritäre und tiefe Stimme durch den gesamten Hades. "Ich
hasse meinen Bruder Apoll, so sehr wie du es tust, und deshalb sollst
du von den Toten auferstehen und die Leute in deiner Heimat warnen." "Aber
wie soll ich das machen, keiner will mir glauben?", wandte Kassandra ein.
"Vertraue mir, meine Hand wird dich behüten", erklärte die Statue des
Hades, setzte sich wieder in den Thron und verstummte.
Laokoon und Theresias w ünschten ihr mit ermutigenden Worten viel Glück.
Ein gleißendes Licht umgab Kassandra und plötzlich war sie auf festem
Boden, der ihr bekannt vorkam, als sie dann in die Ferne blickte, erblickt
sie ihre ( bis jetzt noch unversehrte) Heimat und rennt los ……
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Michael Krampl
Drei Seher treffen einander
im Hades
| Laokoon: |
Kassandra und Theresias, ihr seid
auch im Hades? |
| Kassandra: |
Ja, leider, früher war ich so eine
gutaussehende Frau, und jetzt bin ich im Hades. Sieh mich an, was
für ein hässlicher Geist ich geworden bin. |
| Theresias: |
Ach, Kassandra. Mach dir nichts daraus.
Wir drei sind alle hässliche Geister, nicht nur du. |
| Laokoon: |
Jaja, ich möchte so gerne wieder mein
Leben zurückbekommen, und ich hoffe, dass irgendjemand den Mut hat
um ein Opfer herbeizubringen. |
| Kassandra: |
Von dem kann man ja nur träumen. |
| Theresias: |
Nein. |
| Kassandra:
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Es wird jemand kommen, und ein Opfer
wird er auch dabei haben. |
| Laokoon: |
Na dann ist ja alles klar. Wir werden
unser Leben zurückbekommen.
Kassandra, du hast dich also geirrt. |
| Theresias: |
Habt ein bisschen Geduld. Gleich kommt
jemand. |
| Kassandra: |
Jaja, wenn ihr meint. |
| Laokoon: |
Seht
doch, hier kommt jemand. |
| Theresias:
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Ja, ich sehe ihn auch, aber er ist
noch weit entfernt. Es wird noch eine Weile dauern bis er bei uns
ankommt. |
| Kassandra: |
Ja, jetzt sehe ich ihn auch. Er wird
bald ankommen, und ein Opfertier hat er auch dabei. |
| Laokoon: |
Endlich ist er hier. Hallo Fremder,
wie ich sehe, hast du ein Opfer bei dir. |
| Theresias: |
Wir brauchen das Blut des Tieres. Gibst
du es uns? |
Kassandra:
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Ja,
ich glaube er gibt es uns, und wir werden unser Leben zurückbekommen.
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| Laokoon: |
Endlich ist es soweit! Wir bekommen
unser Leben wieder und verlassen diesen grausamen Körper den wir
jetzt haben und den Hades verlassen wir natürlich auch. Kommt schon,
nehmt das Blut. |
| Theresias: |
Ja, Laokoon, wir nehmen es ja schon.
Endlich sind wir frei! |
| Kassandra: |
Du hast uns ein Opfer gegeben, und
jetzt sage ich dir deine Zukunft voraus. Du wirst einmal sehr mächtig
werden. Aber warte ich sehe noch etwas. Du wirst ein guter Herrscher
von Troja werden. |
| Laokoon: |
Okay, Kassandra, du hast genug geredet.
Kommt auf geht's nach Troja. |
| Theresias: |
Ja wir kommen schon, und danke für
das Opfer! |
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Saskia Wurnig
Vor Troja

Das Ende meiner geliebten Stadt ist nah.
Ich kann es sehen. Jede Nacht ereilt mich derselbe Traum. Die Gefahr geht
von einem hölzernen Pferd aus, welches gefüllt ist mit griechischen Soldaten.
Dieses Pferd wird von uns angenommen anstatt verbrannt. Mitten in der
Nacht werden sie herausschlüpfen und alles in Troja zerstören.
Ich weiß nicht, was ich noch tun könnte um die Bevölkerung vor dieser
Gefahr zu warnen. Heute Morgen stand ich auf den gewaltigen Mauern Trojas
und blickte hinab auf die schlafenden Soldaten. Ich konnte es schon förmlich
riechen, welche Gedanken in ihren Köpfen spukten. Nicht mehr lange und
die Stadt wird unter gehen und mit ihr ihre Bewohner.
Als ich heute zu Paris ging um noch einen Versuch zu starten ihn vor dem
Hinterhalt zu warnen, lachte er mich aus und spuckte auf meine Füße. Er
fragte mich: "Hast du nichts Besseres zu tun, als mir mit deinen Ammenmärchen
die Nerven zu rauben?"
Darauf ging ich in die Frauengemächer. Auf dem Weg dorthin wurde ich von
vielen Soldaten ausgelacht. Heute am Abend wird ihnen das Lachen vergehen.
Ich werde versuchen mich im Tempel der Athene zu verstecken. In einem
Tempel der Athene werden die Griechen wohl keine Untaten begehen. Allerdings
sehe ich Schlimmes voraus…
So groß unsere Mauern auch sein mögen, so klein ist unser Verstand und
unser Vertrauen in andere. Anderseits kann ich den anderen keinen Vorwurf
machen, dass sie mir nicht glauben, schließlich belastet mich ja ein Fluch
des Gottes Apollo. Ach, verdammt sei Gott Apollo! Mein Herz gehört schon
jemandem anderen, doch das kann ich nicht einmal dir, liebes Tagebuch,
verraten. Auch er wird untergehen.
Ach Tagebuch, meine Gedanken, meine Wünsche, alles ist in dir verborgen
und wird in den Flammen der Stadt verbrennen. Die Gabe zu sehen was morgen
kommt ist für mich schon viel mehr eine Plage. Die Kinder, sie können
sorgenfrei am Platz spielen. Ich warte auf meinen Tod. Nun will ich die
letzten Stunden meines Lebens nicht in Trauer und Schmerz verbringen,
nein, ich werde ebenfalls zum Fest gehen.
So sollen dies die letzten Worte der Seherin Kassandra sein: "Die Zukunft
ist ein Geheimnis, welches, wenn man es kennt, einem nur Kummer und Sorgen
bereitet!"
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Julia Laussegger

Ich wusste es. Ich wusste es von Anfang
an, wie mein Ende aussieht. Jetzt bin ich hier und die Bilder meines Lebens
ziehen an meinem inneren Auge vorbei. War alles richtig, wie ich es getan
habe, oder hätte ich es anders machen sollen?? Klytämnestra kommt auf
mich zu. Jetzt ist es also vorbei.
Ich möchte mich noch einmal an die schönsten und vielleicht auch weniger
schönen Dinge meines Lebens erinnern: Es war toll als Prinzessin von Troja
zu leben. Man bekam alles, was man wollte. Doch manchmal fehlte mir die
Nähe zu meinem Vater, König Priamus. Es war komisch ihn mit so vielen
Geschwistern zu teilen.
Dann kam der Tag, der mein Leben veränderte. Ich konnte doch nicht wissen,
dass der Gott Apoll mich verfluchen würde. Oder doch?? Lag das nicht in
der Natur der Götter, jemanden zu verfluchen, wenn sie nicht bekamen,
was sie wollten?? Er liebte mich. Ich war damals zwar geschmeichelt, als
ich dies hörte, doch ich konnte nichts damit anfangen. Er versprach mir
die Gabe der Weissagung. Im letzten Augenblick aber entzog ich mich seinem
Werben. So weit wollte ich doch nicht gehen. Außerdem kann ein Gott wesentlich
bedeutendere Frauen haben - und auf mich verzichten! Doch leider war er
wegen meiner Ablehnung sehr gekränkt und verfluchte mich: "Alles, was
aus deinem Mund kommt, soll dir keiner glauben!" Zu "Bestätigung" seines
Fluches spuckte er mir in den Mund.
In Troja sagte ich den Untergang der Stadt voraus. So wie es der mächtige
Gott gesagt hatte, glaubte mir niemand. Am letzten Nachmittag vor der
Einnahme stand ich auf der Mauer und schaute das Pferd an. Dann kam alles
so schnell. Ich sah, wie Bekannte, Freunde und Familienmitglieder getötet
wurden. Doch ich hatte Glück im Unglück und wurde als Sklavin zu König
Agamemnons Kriegsbeute gerechnet. Ich kannte mein Schicksal. Ich wusste,
wie es zu Ende gehen wird. Jetzt liege ich da und atme die letzten Atemzüge
in meine Lungen ein. Mir wird jetzt immer kälter und die Blutlacke um
mich wird größer. Klytämnestra hat ganze Arbeit geleistet. Schade, dass
niemand mir geglaubt hat. Aber ich war ja auch so einfältig und habe geglaubt,
dass ich einen Gott abblitzen lassen kann.
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Und als Gast, eine Preisträgerin des
Kassandrawettbewerbs!
Sandra Novak, 4 B

Eine Reportage von Herodides
Kassandra - der Blick in die Zukunft?
Durch das imposante Stadttor betrete ich die "uneinnehmbare"
Festung Troja. Ich muss feststellen, dass die Stadt so gut geschützt ist,
wie keine andere. Jener König, der gegen Troja in den Krieg zieht, muss
verrückt sein und so bin ich froh, in Frieden und als Freund in Troja
einzuziehen, gleichwohl ich in dem Getümmel, das schon am frühen Morgen
auf dem Marktplatz herrscht, kaum wahrgenommen werde. Auch ich, ein Reporter
namens Herodides, habe die Geschichte über die geheimnisvolle Tochter
des Königs Priamos, die schöne Kassandra, gehört.
Abrupt werde ich aus meinen Gedanken gerissen, als mich eine Frau anrempelt.
Erschrocken blickt sie mich an und das einzige was ich sehe, und was ich
wohl nie vergessen werde, sind ihre Augen. Sie scheinen etwas zu erspähen,
das Normalsterblichen verborgen ist. Als sie zu sprechen anhebt, kommt
keine Entschuldigung über ihre Lippen, sondern eine Warnung: "Verlasse
Troja, ehe es zu spät ist! Verlasse Troja bevor der Krieg kommt." Mir
bleibt keine Zeit diese merkwürdigen Worte zu hinterfragen, denn kaum
hat sie geendet, da war sie auch schon wieder verschwunden.
Auf diesen Schreck hin brauche ich etwas Alkoholisches und so fliehe ich
ins nächste Gasthaus. Der Wirt, der meine kurze Bekanntschaft beobachtet
hat, bietet mir lachend einen Sitzplatz an, klopft mir freundlich auf
die Schulter und fragt : "Welch düstere Zukunft hat die Prinzessin dir
denn prophezeit? Hier, nimm erst einen Schluck Wein, der hilft immer!"
So früh sind kaum noch andere Gäste in dem Wirtshaus und so setzt sich
der Wirt Perephes mit einem Krug Wein zu mir. Ungläubig frage ich: "Du
meinst, das war die Prinzessin Kassandra, Tochter des Priamos?" "Natürlich!
Sie prophezeit seit neuestem sogar den Untergang Trojas! Stell dir vor,
diese uneinnehmbare Festung soll besiegt werden!" Perephes fängt schallend
zu lachen an. Eilends werfe ich ein paar Münzen auf den Tisch und verlasse
das Gasthaus. Drinnen lacht Perephes noch immer so laut, dass es sogar
auf der Straße zu hören ist.
Plötzlich werde ich von einer fremden Frau aus den Gedanken gerissen.
"Kassandra ist nicht so, wie sie Perephes immer darstellt." Verdutzt schaue
ich die Fremde an. Ihre Augen haben nichts mit denen Kassandras gemein
und dennoch...... Ich wittere den perfekten Artikel für meine Zeitung,
stelle mich dumm und frage: "Wieso, wie ist sie dann? Wer bist du überhaupt,
Fremde?" Doch sie zieht mich weiter und flüstert: "Nicht hier, Herodides!
Falscher Ort und falsche Leute." Ich höre auf mich zu wundern, woher diese
Frau meinen Namen kennt und woher sie wissen will, dass ich über Kassandra
berichten will. Letzteres lässt sich wahrscheinlich durch das schallende
Gelächter Perephes´ erklären, aber trotzdem ahne ich, dass mir diese Fremde
auf ewig ein Rätsel bleiben wird.
Mittlerweile haben wir den geschäftigen Marktplatz verlassen und begeben
uns nun in die ruhigeren Teile der Stadt. Doch von jedem Punkt aus kann
ich die eindrucksvollen Mauern des Palastes sehen, ein Zeichen von unfassbarer
Macht. Inzwischen erreichen wir eines der Stadttore und verlassen die
Stadt Richtung Meer. "In Troja gibt es viele Dinge, die es lieber nicht
geben soll. Die Leute reden schlecht über Kassandra, aber das hast du
ja schon mitbekommen. Du hast mich gefragt, wer ich bin? Nun, Herodides,
kannst du dir das nicht denken?" Fragend sieht sie mich an und alles,
was ich ihr antworte, ist: "Kassandra selbst bist du nicht, denn diese
habe ich schon kennengelernt. Also bist du ......?" "Mein Name ist unwichtig,
alles, was du wissen musst ist, dass ich eine Freundin der Prinzessin
bin und ich nicht zulasse, dass du fern von Troja schlecht über sie schreibst."
"Wer sagt dir, dass ich nicht für die Trojan Post arbeite?" Ein Lächeln
umspielt ihre Lippen, als sie antwortet: "Innerhalb von Troja würdest
du niemals schlecht über Kassandra schreiben, dafür sorgt schon ihr Vater,
König Priamos. Aber lass uns über Kassandra reden......." "Eine kurze
Frage habe ich noch, bevor du mit deinen Ausführungen beginnst. Kann ich
persönlich mit Kassandra sprechen?"
Einen Augenblick sieht sie mich an, dann antwortet sie. "Vielleicht später.
Kennst du die ganze Geschichte über diese Prinzessin? Es gibt nämlich
nicht viele, die die Wahrheit kennen. Aber sehr viele, die immer nur einen
Teil der Geschichte erzählen. Also hör zu! Der Gott Apoll verliebte sich
unsterblich in die schöne Kassandra. Er umwarb sie mit seiner Liebe, aber
Kassandra blieb hart. Schließlich versprach er ihr ein Geschenk: Eine
gefährliche Gabe, die Gabe der Weissagung. Kassandra hatte nie vor, sich
mit diesem Gott einzulassen, aber das Geschenk wollte sie sehr gerne haben.
Also versprach sie sich ihm hinzugeben und er schenkte ihr die Gabe in
die Zukunft blicken zu können. Kassandra jedoch verweigerte sich schließlich
Apoll, worauf dieser erzürnte und ihr zwar das Geschenk ließ, es gleichzeitig
aber mit einem verhängnisvollen Fluch belegte: Kassandra sollte immer
nur die negativen Dinge voraussehen und niemand sollte ihr glauben. Und
sieh, was diese Gabe aus ihr gemacht hat. Natürlich hat sie ihre Stärke
gezeigt und ihren eigenen Willen, aber was hat es ihr gebracht? Siehst
du das letzte Zimmer mit dem kleinen Balkon?" Die Fremde hat ihre Erzählungen
unterbrochen und deutet nun auf den Palast. "Ich meine das Zimmer, in
dem die Vorhänge zugezogen sind." Angestrengt folge ich ihrem Blick und
tatsächlich, ich finde ein etwas abgelegeneres Zimmer des Palastes mit
verhängten Fenstern. "Sie sperrt die Sonne aus, heißt die offizielle Erklärung.
In Wirklichkeit schützt sie sich vor den neugierigen Blicken der Trojaner.
Und abends, sieht sie oft stundenlang aufs Meer hinaus, als erwarte sie
etwas.......oder jemanden."
Dieser Satz ruft etwas in mir hervor. In Gedanken wiederhole ich Kassandras
Warnung und frage dann: "Sie sagte zu mir ich solle die Stadt verlassen,
weil es bald Krieg geben würde. Glaubst du das auch?" Ihr Blick schweift
ab, so als suche sie ebenfalls im Meer eine Antwort. "Ich weiß, manchmal
fällt es schwer ihren Ankündigungen zu glauben, aber sie sind bis jetzt
immer eingetroffen. Und die Griechen sind ja schrecklich böse wegen des
Raubs der schönen Helena durch Paris." Und ob ich diese Geschichte kenne!
"Ja, ich glaube ihr. Aber außer mir tut das niemand. Also was hilft es,
wenn sie uns warnen will?" Wieder schweift ihr Blick ab, diesmal jedoch
zum Palast. "Kannst du dir vorstellen, du siehst deine eigene Zukunft?
Die Zukunft deiner Heimat und das nur immer wieder im bösen Sinne? Die
Leute haben keine Ahnung, wie es in der Prinzessin wirklich aussieht.
Sie möchte uns allen helfen, aber sie kann nicht."
Eine kleine Träne verschleiert ihren Blick und mir wird schlagartig klar,
wie nahe sie Kassandra stehen muss. "Schau! Da steht sie! Auf dem kleinen
Balkon und wartet, sie wartet schon seit Tagen. Los komm mit! Du sollst
dir selbst ein Bild machen!" Mit diesen Worten eilt die Fremde Troja entgegen
und ich bin ihr dicht auf den Fersen. Ich kann noch immer nicht glauben,
was mir eben erzählt wurde.
Als ich durch dieses Tor hereinkam, da dachte ich, sie sei einfach nur
eine Verrückte, aber nun bin ich mir nicht mehr so sicher. Im Gegenteil,
mich fasziniert ihr Mut und ihre Kraft. Wir passieren die Wachen und nur
vor ihrem Zimmer bleiben wir stehen und die Frau klopft an die Tür. Eilende
Schritte nähern sich dieser und mit einem Ruck wird die Tür aufgerissen.
Eine wunderschöne Frau, deren Haare vom Wind zerzaust sind und mit solch
durchdringenden Augen.....Doch die Fremde bemerkt meinen Blick und stößt
mich ins Zimmer. Dort führt sie mich auf den Balkon und ich höre die beiden
Frauen leise mit einander reden. "Du bist also Herodides! Es freut mich
dich kennen zu lernen, auch wenn es mich nicht freut, dass du noch hier
bist. Ich habe dich doch gewarnt, Herodides!" In ihren Augen liegen Sorge
und sogar Schmerz, dass ihr schon wieder niemand glaubt, dass sie umsonst
die Menschen warnt. Ihre Augen sagen: Lasst mich euch doch helfen! "Oh,
ich habe euren Worten Glauben geschenkt, aber ich kann hier noch nicht
fort. Erst wenn ich etwas habe, worüber ich schreiben kann." "Worüber
du schreiben kannst? Ist das alles, was dich interessiert? Ist dir deine
Zeitung wichtiger als dein Leben?" Mit diesen Worten stürmt Kassandra
auf den Balkon und deutet aufs Meer. "Von dort, Herodides, werden sie
kommen. Ich weiß nicht wann, aber ich weiß, dass sie kommen. Sie kommen
um sich zu holen, was ihnen mein Bruder geraubt hat. Sie kommen um diese
Stadt zu vernichten, zu erobern. Herodides! Ist dir das eine Geschichte
genug? Kannst du jetzt gehen?" Abrupt wendet sich die Prinzessin dem Meer
zu, als suche sie nach Segeln. Doch nach welchen Segeln. "Ihr meint also,
dass es Krieg geben wird, den Troja verliert?" Ungläubig starre ich auf
diese schöne Frau. "Ja, Herodides, ich sage dir: Es wird einen Krieg geben,
den Troja nicht gewinnen kann, weil er nicht mit normalen Waffen ausgefochten
wird." Nun verstehe ich gar nichts mehr. Wie kann man einen Krieg denn
sonst noch ausfechten, außer mit Waffen? Und genau diese Frage stelle
ich auch Kassandra, aber die Antwort ist genauso einfach und einleuchtend,
wie beängstigend. "List! Sie werden eine List anwenden und wir werden
darauf hereinfallen." Plötzlich wendet sie sich vom Meer ab und ihre feinen
Gewänder rauschen im Rhythmus zu ihren Bewegungen. "Was würde ich dafür
geben diese Gabe nicht zu besitzen. Alles! All meine Kleider, diesen Palast,
meine Macht, wenn ich doch nur einfach leben könnte. LEBEN! Herodides,
diese Mauern sind nicht mehr das, was sie einst waren. Sie sind nicht
so uneinnehmbar wie ihr alle glaubt. Jeder Glanz bröckelt mit der Zeit
ab und genauso verhält es sich in Troja. Darum verlasse Troja! Und nun
geh! Mögen die Götter mit dir sein!" Mit diesen Worten geleitet mich die
Fremde zur Tür und gemeinsam verlassen wir den Palast. "Hast du gesehen,
was ich vorhin meinte? Sag mir, Herodides, ist dieses Leben schön oder
etwa beneidenswert? Oh nein, Apoll hat ihr eine Last gegeben, die kein
anderer Mensch tragen könnte." "Aber dennoch wünscht sie mir zum Abschied,
dass die Götter mir beistehen mögen. Warum?" Als ich mich jedoch zur Seite
wende, weil ich keine Antwort mehr erhalte, ist sie verschwunden. Genauso
schnell wie sie gekommen war.
Ich jedoch nehme Kassandras Rat ernst und verlasse Troja noch am selben
Tag. Als ich mich ein letztes Mal umdrehe, sehe ich Kassandra auf dem
Balkon stehend und es scheint mir, als wären weiße Segel am Horizont.
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